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Werte, Traditionen, Kooperation und Kampf

Es ist mittlerweile ein Gemeinplatz, dass verschiedene Kulturen verschiedene Werte pflegen, wenn es darum geht, was man tun und was man lassen soll. Den Glauben an absolute, unerschütterliche Werte, die für alle Menschen, Kulturen und Zeiten gültig seien, hat diese Tatsache illegitim gemacht. Es gibt, wie ich bereits andernorts ausgeführt habe, keinen rationalen Grund in Form irgendeines Argumentes noch eine empirische Tatsache, welche die Annahme extrinsischer, d. i. außerhalb menschlicher Sphären gelegener und von denselben unabhängige, Werte. Werte haben stets intra- und interindividualen Status, mit anderen Worten, die höchste Ebene, welche sie erreichen können, ist die der Intersubjektivität, nicht aber der Objektivität.
Freilich rechtfertigen diese Feststellungen weder die Verallge-meinerung zu einem globalen Relativismus noch bedeutet dies, dass es sinnlos wäre, sich an Werten zu orientieren. Das Problem besteht vielmehr darin, dass Werte zunächst auf Konvention beruhen, im Laufe der Zeit aber dogmatisch tradiert werden. Das soziale Umfeld, auch über den familiären Kreis hinaus, gibt seine Werte nicht einfach weiter, wie jemand etwa einen materiellen Gegenstand weitergibt, von welchem der Begünstigte Gebrauch machen oder aber vom Gebrauche desselben absehen kann. Vielmehr sind Kinder zunächst durch ihre völlige Abhängigkeit von Erwachsenen nicht in der Lage, selbst wenn sie schon die kognitiven Fähigkeiten besäßen, was sie de facto nicht tun, das, was sie (die Eltern) ihnen (den Kindern) sagen, kritisch zu hinterfragen. Jeder, der schon einmal mit Klein- und Kleinstkindern zu tun hatte, weiß, dass sie einem, was man nur ernsthaft genug äußert, glauben. Was sollten sie anderes tun? Sie sind auf die Erfahrung älterer Menschen als sie selbst angewiesen, um überleben zu können. Problematisch ist hierbei, dass nahezu alles, was man den Kindern in der frühesten Zeit einprägt, ins Unterbewusstsein abwandert und dort felsenfest bestehen bleibt. Dies gilt auch für die Werte, welche man einem Kind beibringt: Sie bilden eine Art Fundament aus, welche ein älteres Kind, ein Jugendlicher und zumeist auch Erwachsener für unerlässlich wie unerschütterlich hält. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Menschen, rührt man an diesen in frühester Kindheit fundierten Werten, mit Aggression, Trauer oder Verzweiflung reagieren. Dies trifft nicht zuletzt auf religiöse Werte und Ansichten zu.
Allein dies heißt nicht, Umdenken oder kritische Reflexion seien unmöglich. Zu den wichtigsten Faktoren, dies bewerkstelligen zu können, gehört zweifelsohne eine gute Bildung. Mit Bildung meine ich hier nicht die Schulform oder gar die Notwendigkeit eines Hochschulstudiums, sondern die Ausbildung in der Fertigkeit des selbständigen Denkens. Wer nicht lernt, dass das eigene Urteil etwas ist, was einen wichtigen Stellenwert hat, dass es keine Sünde ist, etwas oder jemanden, insbesondere Autoritäten, in Frage zu stellen; dass es aber genauso wichtig ist, das eigene Urteil nicht als das einzig möglich richtige zu halten; sondern nur zu Demut und Unterwerfung erzogen wird; der wird sich schwerlich oder niemals von einmal Gelerntem und Akzeptiertem trennen.
Nun ist es unmöglich, wie die Neuropsychologie hervorgebracht hat (s. u. a. Goleman, Daniel: Emotional Intelligence und Social Intelligence), sich von allen Gefühlen, die auf das Urteilsvermögen Einfluss nehmen, freizumachen, wie etwa Immanuel Kant es forderte (s. Kant, Immanuel: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten und Kritik der praktischen Vernunft; man kann Kant diesbezüglich freilich verschieden lesen). Vielmehr sind Urteile über moralische Fragen ohne die Aktivität der emotionalen Zentren des Gehirns unmöglich. Nichtsdestoweniger kann es gelingen, sich von allzu aufwallenden Affekten und Emotionen nicht überwältigen zu lassen, um Argumente in nüchternerem Maße auf ihre Plausibilität überprüfen zu können. Gerade öffentliche Diskurse kranken an emotionaler Überladenheit; rationale Argumente und eindeutige empirische Evidenz überhört man in so einem Zustand der Gereiztheit schnell oder nimmt sie sogar bewusst nicht zur Kenntnis.
Dies erschwert namentlich den interkulturellen Diskurs. Unübersehbar treffen miteinander unvereinbare Werte aufeinander, und nur der Aufbruch der Dogmatik kann hierüber hinweghelfen. Es wird niemals möglich sein, alle Menschen auf der Grundlage derselben Werte zu vereinigen. Indes darf uns dieser berechtigte Pessimismus nicht davon abhalten, nicht jeden Konflikt mit unmittelbaren Gewaltreaktionen lösen zu wollen. Bisweilen ist dies unausweichlich, so realistisch müssen wir sein. Wir Menschen sind Teil der Natur, und in der Natur geht es um Anpassung an bestimmte Gegebenheiten, um zu überleben. Wer sich gegenüber Konkurrenz nicht durchzusetzen weiß, wird früher oder später aus dem Genpool ausscheiden.
Wenngleich wir in der Biologie einen Umschwung erleben insofern, als nicht mehr Kampf, sondern Kooperation als das grundlegende Prinzip gilt (s. Bauer, Joachim: Das kooperative Gen), muss klar sein, dass Kooperation früher oder später zu Kampf führen wird. Verschiedene Organismen sind auf Zellebene Konglomerate von kooperierenden Zellen. Laufen jedoch die Interessen verschiedener Organismen in Bezug auf dasselbe Objekt, sei es materiell oder immateriell, zu weit auseinander, kann nur Kampf darüber entscheiden.
Täglich führen wir die verschiedensten Kooperationen und Kämpfe aus; diese manifestieren sich natürlich nicht ausschließlich körperlich. Jeder versucht ein Stück weit, seine Mitmenschen, in Sonderheit die ihm am nächsten Stehenden, zu kontrollieren und zu manipulieren. Letztlich erleben wir überall eine Mischung aus Kooperation und Kampf; zu viel von einem der beiden wird zwangsläufig zu zu viel vom anderen führen. Und nur hier können wir bewusst einlenken: eben das ist die einzige für uns wirklich erfüllbare Pflicht, auf die wir uns einigen sollten, denn: ein Sollen impliziert stets ein Können.

 

Referenzen

1. Bauer, Joachim: Das kooperative Gen. Abschied vom Darwinismus; Hamburg: Hoffmann und Campe 2008; ISBN 978-3-455-50085-1

2. Goleman, Daniel: Emotional Intelligence. Why it can matter more than IQ; New York: Bantam Books 1995; ISBN 0-553-84007-X

3. Goleman, Daniel: Social Intelligence. The New Science of Human Relationships; New York: Arrow Books 2006; ISBN 978-0-099-46492-1

4. Kant, Immanuel: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten; Hamburg: Felix Meiner Verlag 1999; ISBN 3-7873-1443-1

5. Kant, Immanuel: Kritik der praktischen Vernunft; Hamburg: Felix Meiner Verlag 2003; ISBN 3-7873-1650-7

20.9.09 17:35
 


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