Auf den Hügeln des Lichts im Tale einer mondlosen Nacht
Free Image Hosting
<>
| Besucher online

Navi

StartÜberGästebuchKontaktArchivAboRSS

Kategorien

Vorwort class="navi"> Bemerkungen/AnkündigungenReligion und AtheismusGedichte class="navi"> Systematische Philosophie class="navi"> Aphorismen class="navi"> Sonstiges class="navi"> Zitatensammlung class="navi">

Links

YouTube Kanal von mindandshade The Reason ProjectBreathing Shadows Kina GrannisBücher tauschen myblogMondgöttinOpheliaGesellschaft für Philosophie und Wissenschaft e.V.Ein Projekt zur Förderung der Philosophie im InternetDeutsche Gesellschaft für phänomenologische ForschungPhilosophieblog.dePhilosophische BüchereiPhilosophiebuch.dePhilosophy, Probability, and ModelingHistorische Texte und WörterbücherPsychological Research OnlineLigafaktur (Ein Frakturschreibprogramm)Fraktur PlattformFreunde der deutschen KurrentschriftStiftung Deutsche SchriftDas Wörterbuch-NetzBlog DirectoryBlogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.deBlog Top Liste - by TopBlogs.defrisch gebloggtBlog Verzeichnis und Blog WebkatalogBlogverzeichnisTechnorati ProfileAdd to Technorati Favorites
BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor Bookmark and Share
BlogverzeichnisRSS VerzeichnisRSSJutze.ch - WeblogsFeed eintragen | Feed anmeldenReise Webkatalog Jamaicareise.dePage-Portal.com - Der Webkatalog


Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von den Inhalten aller von mir verlinkter Seiten.

Sollte ich mit dem neuen Headerbild gegen irgendwelche Rechte Dritter verstoßen, bitte ich, mich umgehend darauf hinzuweisen!


Copyright © All rights reserved.
No part of the works on this site may be reproduced (by any means) without the written permission of its author!


Designed and assisted by Mondgöttin 07/2008
Kultur der Unverschämtheit

Menschen, die im negativen Sinne unverschämt sind, hat es schon immer gegeben. Allerdings dünkt mich das Ausmaß öffentlicher Unverschämtheit nie dagewesene Verbreitung und Duldung zu finden, dass ich darüber nicht weiter schweigen kann.
Zum einen ist da die mittlerweile weitverbreitete Gepflogenheit des Beleidigens eines jeden, welcher auch  nur um einen Hauch von der eigenen Meinung (in den meisten Fällen also nicht einmal Ansicht) abweicht. Insbesondere das Internet scheint uns einander so stark zu entfremden, dass sämtliche Hemmnisse der üblichen Kommunikation von Angesicht zu Angesicht versagen. In den meisten Fällen hören, sehen, riechen und fühlen wir unser Gegenüber nicht, wenn wir via Internet kommunizieren, sei es im Chat, per Instant-Messenger oder in einem Forum (von Onlinetelephonie und Videotelephonie einmal abgesehen). All diese Dimensionen fallen weg, so dass wir auf das rein Verbale – und dies auch nur im Sinne von Schriftlichkeit – beschränkt werden (oder passt nicht das Aktiv besser: so dass wir uns auf das rein Verbale beschränken?). Damit jedoch nähert sich die Kommunikation, zumindest der äußeren Strukturen nach, auf gefährliche Weise derjenigen zwischen Mensch und Maschine. Nur allzu leicht vergessen wir offenbar, dass unser Gegenüber keine Maschine ist, weil das, was uns stets daran erinnert, fehlt. In der Tat läuft, wie seit langem bekannt, der Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation nonverbal ab; lediglich 10% hat das Gesagte Anteil an der Gesamtbotschaft.
Schaut man sich die Kommentare und Diskussionen auf YouTube oder in diversen Internetforen an, stellt man fest, dass es anscheinend überhaupt keine Hemmschwelle mehr gibt, bevor Menschen aggressiv werden. Absurderweise dünkt die Wut auf andere am schnellsten da aufzsteigen, wo der Mensch am wenigsten Mensch ist. Stets beschimpfen einander Vertreter verschiedener Meinungen als »(fucking) retarded« ([verdammt] geistig behindert) beziehungsweise »(fucking) retard« ([scheiß] geistig Behinderter). Nicht nur ist dies eine Unverschämtheit und Respektlosigkeit gegenüber wirklich behinderten Menschen (nicht zuletzt denen, die auch noch einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft oder zum Gemeinwohl leisten), sondern zugleich sind dies, mit Bezug auf die Banalitäten, um welche es für gewöhnlich geht, extreme Überreaktionen. Was ich mich angesichts dessen frage, ist, ob den Menschen dies erstens überhaupt noch bewusst ist, und ob es ihnen zweitens irgendeinen Gewinn bringt, und sei es nur ein Gefühl der Befriedigung (welchen Bedürfnisses immer).
Gegenüber Frauen und Mädchen lässt sich dagegen meist so etwas wie »Go and suck some dick« (Geh und lutsch irgendeinen Schwanz) vernehmen. Großartig! (Für alle, die es nicht bemerkt haben mögen: Das war Ironie!) Mir verschließt sich, was sich diese Leute von derartigen Verhaltensweisen versprechen.

Allein bei diesen Dingen handelt es sich leider nicht um die einzigen Unverschämtheiten beziehungsweise Respektlosigkeiten. Vor einiger Zeit hat sich das StudiVZ eine sinnlose Aktion ausgedacht, die ihresgleichen sucht. Eine rote Schleife gegen AIDS. Hervorragend, wenn wir uns alle so eine rote Schleife zulegen, wird AIDS bestimmt eingeschüchtert und wagt es nicht mehr, bei all den HIV-Infizierten (denen der Gegenwart sowohl als denen der Zukunft) auszubrechen. Wenn man bedenkt, dass der größte Teil der StudiVZ-Mitglieder längst nicht mehr aus Studenten, sondern aus jedermann besteht (obgleich dies die Qualität weder gehoben noch gemindert hat), die jedes Wochenende, zum Teil sogar unter der Woche, Geldmengen versaufen, mit denen man viele Menschen ernähren und medizinisch versorgen könnte, muss dies als nackter Hohn erscheinen. Vielleicht empfinden einige dieses Symbol als Gewissenserleichterung. Dafür, dass sie sämtliches ihnen zur Verfügung stehendes Geld im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Fenster werfen, indem sie Dinge kaufen, die kein Mensch braucht (Klingeltöne im Abonnement zum Beispiel), tragen sie dieses Symbol mit der Aussage »Ich bin gegen AIDS.« Hervorragend, damit hat sich viel getan, vor allem aber verbessert! (Ja, auch das war Ironie!)

Und dann wäre da noch Haiti. Wie viele Länder der Region versinkt Haiti schon seit langem in Armut und Elend. Wen hat das aber in den vergangenen Jahren überhaupt gestört? Die Menschen in den Industrienationen, zu deren Spitze Deutschland unzweifelhaft gehört, sicherlich nicht. Sie rauchen und trinken, fixen und werfen Tabletten ein, kaufen jeden Mist, den die Industrie ihnen anpreist und ergeben sich dem Kapitalismus ohne Grenzen als Allheilmittel – oder wenigstens als Allablenkungsmittel. In Sonderheit die sogenannten »Stars«, welche nunmehr das Meisterstück »We are the World« verhunzt haben, könnten von ihrem Geld AIDS- und Krebsforschung voranbringen sowie gewaltige, dringend benötigte finanzielle Hilfe beim Aufbau und der dauerhaften Stabilisierung Haitis und anderer, sich in einem ähnlichen Zustand befindender Länder leisten. Stattdessen kaufen diese Menschen Pelze bedrohter Tierarten, kleinste Schmuckstücke für Tausende, wenn nicht Zehn- oder Hundertausende von Euros und Abendgarderoben, deren Kosten jedweden Maßes spotten, um sie einmal zu tragen.

Wenn es denn aber einmal an der Zeit wäre, intolerant, unverschämt und respektlos zu sein, zum Beispiel gegenüber politischen oder religiösen Fundamentalisten, gegenüber Korruption und Lobbyismus, gegen Lügen und Dummheit – dann schweigen die Menschen, vor allem diejenigen, von welchen man die meiste Konsequenz erwarten müsste: die uns repräsentierenden (oder zumindest dafür vorgesehenen) Politiker und die von ihnen abhängigen demokratischen Instanzen.
20.2.10 18:35
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jasmin (2.3.10 23:01)
Ohje, da muss ich dir vollkommen zustimmen..
Leider kann man als einzelner doch nicht so viel ausrichten und zur Einsicht, dass das, was man einfach so tut oder sagt, ziemlich dumm ist, werden leider auch nur wenige kommen..


Sapphire / Website (4.3.10 13:28)
Grüße!
Genau das Thema der überall vorherrschenden Unhöflichkeit und Unverschämtheit hat mich auch in meinem letzten Blog-Beitrag beschäftigt. Im Internet ist es wirklich auch schlimm, ich kann dir nur beipflichten!
Zu meiner Vorrednerin in den Kommentaren muss ich allerdings sagen, dass man als Individuum schon einiges ausrichten kann! Wenn wenigstens die, die bereits zur Einsicht gekommen sind, sich anders benehmen und handeln, andere auf ihre Gewohnheiten und Umgangsformen hinweisen, dann kann es vielleicht einen kleinen Anstoß geben. Allerdings hast du auch recht, Jasmin: So weit wie sich die schlechten Manieren schon verbreitet haben, wird es wohl nie ein Ende nehmen...
Beste Grüße,
Sapphire


leonard (2.2.11 23:24)
Guten Tag,

dein Kommentar trifft ein oft geleugnetes Problem. Wo das Hässliche als Normal anerkannt wurde ist jedes Wort zwecklos.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen















Gratis bloggen bei
myblog.de