Auf den Hügeln des Lichts im Tale einer mondlosen Nacht
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Ungenutze Augenblicke

»Was wohl, wenn sie wüßte...?«, dachte er, so ganz bei sich, indem sie auf dem Bette saßen, einander zugerückt, für die Wärme des jeweils anderen dankbar. Der Conjunctiv kann einem Gedanken etwas Unheimliches geben, einen gleichsam jeder Sicherheit berauben, schlimmer aber noch, daß er zu noch mehr Conjunctiv-Sätzen anregt, wie ein sich ausbreitendes Krebsgeschwür. Der Conjunctiv nämlich stellt alles in Frage, stellt alles zur Disposition, was von Bedeutung für das eigene Seyn, das eigene Selbstbewußtseyn, aber auch die Wahrnehmung der Außenwelt ist.
»So sehr«, dachte er, »so sehr wünschte ich mir doch…« Dabey wollte er doch den Moment genießen, ihre Wärme, ihre Nähe, ihren Geruch, den Halt, so nur sie ihm zu geben vermochte.
Vielleicht wußte sie das sogar, allein man kann doch nicht, sosehr man es auch wünscht, in anderer Menschen Köpfe schauen, um dero Gedanken zu lesen, kann nicht zu ihren Seelen vordringen, wie man es gerne thäte, nur bisweilen, wenn zwey Menschen einander inniglich, nicht streifend oder oberflächlich, umarmen, und, freylich, so sie es zulassen, wird es möglich, die Seele eines anderen zu berühren, wofern man sich getraut, gar zu streicheln, welches Erlebnis von unsagbarem Werte ist. Wer sich indes davor fürchtet, wird freilich niemals in diesen Genuß kommen, denn der Mensch neigt, ganz wie seine Natur es vorschreibt, dazu, sich von anderen abzuschotten, wenngleich er nicht die Einsamkeit, sondern lediglich das Alleinseyn, in Unversehrtheit nämlich, die so am ehesten gegeben, zu bleiben, sucht.
Wie viele Gedanken einem durch den Kopf rauschen, so viel Wertvolles, so viel Würdiges, festgehalten zu werden, und doch – zu viele, als daß man auch nur einen Bruchtheil, geschweige denn sie alle zu fassen und aufzuschreiben vermöchte.
»Wenn ich dir nur einen Theil dessen vermitteln könnte, was ich dir geben möchte, du, dünkt mich, ertränkest darin!« Und doch muß er darüber schmunzeln, denn es fühlt sich so gut an, gut zu ihr zu seyn, zärtlich gegen sie zu handeln, sie bei sich zu wissen. Da sieht sie ihn an und fragt, worüber er lache. Er möchte es ihr sagen, will es aus sich heraussprudeln lassen, daß er nichts so sehr begehre als sie, daß er sie gerne bei sich habe, an seiner Seite, in seinem Arm, daß es wohlthue, gut gegen sie zu seyn, zärtlich gegen sie zu handeln, allein alles, was er vorbringt, ist, daß er den Augenblick genieße – sie hatten nämlich schon eine Weile geschwiegen, ohne daß, so ist zu bemerken, es peinlich gewesen wäre; es hatte lediglich jeder seinen eigenen Gedanken nachgehangen.
»Was schaust du mich so zärtlich an…«, denkt er sich, »mit deinen auf diese bestimmte Weise gesenkten Lidern, mit deinem Gesicht so nah an meinem, daß ich versucht bin…«
Da beginnt die Conversation von neuem, sie reden so und reden über alles und nichts, über niemanden eigentlich als über einander, deuten dies und jenes an – vielleicht, denn das ist nie gewiß, wenn jemand etwas sagt, was er damit womöglich andeuten will, was er intendirt, wenn er es nicht deutlich ausdrückt. Das ist so ein endloses uraltes Spiel, von welchem jeder denkt, es sey albern, so er sich nicht in der Situation befindet, worauf er, in späterer Reflexion, dann in sich selbst beschämender Weise zurücksieht, theils lachend, weil es komisch anmutet, theils weinend, weil man mehr hätte erreichen können, hätte man sich nur selbst überwunden, sich und sinnlose gesellschaftliche, anerzogene Sitten und Tabus. Darin nämlich verlirt sich alles, jeder Herzenswunsch und jede Harmonie, jedwedes Träumen, jedwede gute That.
»Dein Blick so einladend, dein roter Mund so sinnlich, und ich verzehre mich nach dir…«
Schließlich stellt man fest, daß es spät geworden, so spät, daß nun dem Abschiede kein Aufschub mehr zu gewähren sey. Sie umarmen einander, zu gewohnheitsmäßig für seinen Geschmack, und er küßt sie, mehr aus Verlegenheit, auf die Wange, denn am liebsten wäre ihm ihr Mund, wohlwissend, eine weitere Nacht allein in seiner kalten Bettstatt verbringen zu müssen, und da half aller Trost der großen Welt nichts mehr. Der Augenblick war verstrichen – der Conjunctiv aber war geblieben.

19.12.08 13:28
 


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